Popel-Geschmack

Geschmack von einem Popel

Überall sieht man sie – die Leute, die gedankenverloren und selig entrückt in der Nase popeln. Fast liebevoll betrachten diese Personen die kleinen grünen Gebilde. Doch wohin nun damit? In den seltensten Fällen sind diese Menschen nämlich nur mit einem Taschentuch ausgestattet. Denn wozu ein Taschentuch, wenn der Finger doch viel besser in die Nase passt. Und die Finger sind schließlich – in zehnfacher Ausführung – immer am Mann.




Und irgendwie wirkt das Bohren in der Nase ja auch auf eine gewisse Art und Weise entspannend, oder nicht? Natürlich ist nicht nur die Entspannung allein der Grund. Irgendwie müssen die Schleimhäute ja von den lästigen Popeln befreit werden. Popel bestehen aus Dreck – und Dreck muss weg. Und wenn der Popel schon nicht freiwillig mit der Rotze die Nase verlässt – dann muss der Finger eben nachhelfen. Selbst kleine Kinder wissen scheinbar instinktiv, wie das Nasebohren funktioniert. Schließlich scheinen die Nasenlöcher ja auch wie geschaffen für die Finger.

Egal, ob Kind oder Erwachsener – scheinbar magisch finden die Finger den Weg in die Nase. Doch popeln ist nicht gleich popeln. Denn diese kleinen Popel-Bällchen unterscheiden sich fast täglich. Größe, Konsistenz, Farbe – und Geschmack. Während die meisten Menschen nun entsetzt aufschreien, weil schon das Lesen an sich eklig ist, werden die Popel-Experten unter Ihnen genau wissen, wovon wir reden. Doch Hand aufs Herz. Wie schmeckt ein Popel denn nun wirklich? Schmeckt er nach Rotze, nach Nasenschleim oder etwa nach Ohrenschmalz?

Um diese Frage zu klären, muss natürlich erst klar sein, woraus ein Popel überhaupt besteht – und natürlich auch, wie er in die Nase gelangt. Schießen im Schlaf kleine grüne Monster auf uns und treffen aus Versehen immer in die Nase? Oder starten die Bakterien jetzt auch in der Nase einen Angriff auf unser Immunsystem? Nichts von alledem trifft zu. So schön die Vorstellung der kleinen grünen Männchen auch sein mag, so simpel und einfach ist die Antwort.




Popel entstehen durch das Nasensekret. Ein Teil dieses Sekrets kann nicht mehr richtig abfließen, verbleibt in der Nase und verstopft diese. Eine verstopfte Nase behindert die Atmung – also hilft nur noch ein gezieltes Bohren, um die Nase wieder zu befreien. Vermeintlich unbeobachtet gehen die meisten Menschen dieser Angewohnheit mehr oder weniger intensiv nach. Egal, wie streng oder konservativ eine Erziehung auch sein mag – wirklich jeder hat schon einmal in der Nase gebohrt. Doch nicht jeder, der bohrt, steckt die Popel auch in den Mund.
Nur eine kleine Spezies der Popel-Freaks hat sich für diese Art der umweltfreundlichen Entsorgung der Popel entschieden. Im ersten Moment scheint diese Vorstellung mehr als eklig. Freiwillig getrockneten Schleim aus der Nase nicht nur in den Mund stecken, sondern diesen auch noch essen? Naja, diese Angewohnheit wird wohl nur wenigen Menschen zum Verhängnis werden. Denn interessant ist dieses Thema ja schon – auf eine abstrakte Art und Weise.




Seit Jahren träumen wir von DER Antwort nach dem eindeutigen Geschmack von Popeln. Salzig oder schleimig – wonach schmecken diese ganz speziellen Murmeln? Die besten Antworten schreibt in diesem Fall natürlich wieder einmal das Leben selbst. Sie fragen sich auch ständig, wie die beliebten Popel wohl schmecken mögen? Dann ab mit dem Finger in die Nase. Und nicht vergessen, der Popel muss unbedingt in den Mund. Anders werden Sie diese Frage wohl niemals zufriedenstellend klären können.